EU-Zollreform 2026 für Online-Händler

Ab dem 1. Juli 2026 fällt auf Warensendungen unter EUR 150 in die EU eine Zollabgabe von EUR 3 pro Artikel (je HS-Code) an. Im Distanzhandel an Endkunden entscheiden Deine IOSS-Registrierung und das Zielland darüber, ob Du oder Deine Kundinnen und Kun-den zahlen. Hier erfährst Du, was das für Deine Checkout-Kalkulation und Deine Kundenkommunikation bedeutet – und was Du jetzt tun kannst.
David Mäder - Product Manager  |  24.06.2026  |  Lesedauer 3 Min
EU Zollreform Newsletter 1
Inhaltsverzeichnis

Was sich für Deinen Shop ändert

Drei Auswirkungen im Überblick

Checkout-Kalkulation: Pro Bestellung können je nach Anzahl unterschiedlicher Artikel zusätzliche Abgaben anfallen, die Deine Preis- und Versandkalkulation beeinflussen.

Kundenkommunikation: Werden die Abgaben beim Empfänger eingezogen (DAP), sollten Deine Kundinnen und Kunden das vorab wissen – sonst drohen Überraschungen bei der Zustellung und negative Erlebnisse.

Marge: Je nach Sortiment und Anzahl Artikelzeilen pro Bestellung wirkt sich die Abgabe unterschiedlich stark auf Deine Marge aus. Eine frühe Kalkulation lohnt sich.


Wer zahlt anhand von drei Fällen erklärt

Im B2C-Versand entscheiden IOSS-Status und Zielland

Für Sendungen an Endkunden mit einem Warenwert bis EUR 150 sind zwei Fälle relevant: Entweder zahlen Deine Kundinnen und Kunden bei der Zustellung (DAP) oder Du trägst die Abgabe und erhältst von uns eine nachträgliche Rechnung (PDDP). Welcher Fall gilt, zeigt die folgende Übersicht.

Deine Situation (B2C, <= EUR 150)

Wer zahlt

Was zu tun

IOSS-registriert, Zielländer BE, DK, DE, FI, FR, AT, PT, SE

PDDP – Du (via Post)

Rechnungsbeziehung und Datenerfassung in «Begleitpapiere Kleinwaren International» oder «Frachtbrief erstellen (gegen Rechnung)» sicherstellen.

Ohne IOSS, Zielland Dänemark

PDDP – Du (via Post)

PDDP-Onboarding prüfen (siehe Abschnitt 5).

Ohne IOSS, übrige EU-Länder

DAP – Empfänger

Endkunden über mögliche Mehrkosten informieren (Vorlagen, Abschnitt 6).

 


Auswirkung auf Checkout & Preiskalkulation

Ein Rechenbeispiel

Die Abgabe fällt je deklarierter Artikelzeile (HS-Code) an – nicht pro Stück. Mehrere Stück desselben Artikels zählen als eine Artikelzeile. Ab dem 1. November 2026 kommt zusätzlich eine Gebühr von EUR 2 pro Sendung hinzu. Die folgenden Beispiele zeigen die Grössenordnung:

Bestellbeispiel

Artikelzeilen (HS-Codes)

Abgabe ab 01.07.2026

ab 01.11. zusätzlich

Einzelartikel

1

EUR 3

+ EUR 2 / Sendung

Gemischte Bestellung

3 unterschiedliche HS-Codes

EUR 9

+ EUR 2 / Sendung

Grössere Bestellung

5 unterschiedliche HS-Codes

EUR 15

+ EUR 2 / Sendung

Hinweis: Beispielwerte zur Veranschaulichung; massgeblich sind die finalen EU-Ausführungsbestimmungen sowie die individuellen Umsetzungen pro Land.


IOSS vs. Non-IOSS – und PDDP-Onboarding

Was Deine Ausgangslage für Dich bedeutet

Ob Du im IOSS-Verfahren registriert bist, bestimmt, wie die Abgabe eingezogen wird und welches Erlebnis Deine Kundinnen und Kunden beim Empfang der Sendung haben.

Aspekt

IOSS-registriert

Ohne IOSS (Non-IOSS)

Inkasso

PDDP – nachträgliche Rechnung der Post an Dich

DAP beim Empfänger; Ausnahme Dänemark → PDDP

Erlebnis Deiner Kunden

Keine Überraschung beim Empfang der Sendung

Empfänger zahlt beim Empfang der Sendung (ausser DK)

Unsere Empfehlung

PDDP-Voraussetzungen sicherstellen

Endkunden informieren oder IOSS bzw. Alternativweg prüfen

So wirst Du PDDP-bereit

Für PDDP benötigst Du eine Rechnungsbeziehung zur Post CH AG sowie die Erfassung der Sendungs- und Zolldaten in «Begleitpapiere Kleinwaren International» (eingeloggt) oder «Frachtbrief erstellen (gegen Rechnung)». Wähle beim Feld «Kostenübernahme PDDP» jeweils «ja, ich übernehme die Kosten» an. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, übernehmen wir das Inkasso und stellen Dir die Abgaben nachträglich in Rechnung. Wir unterstützen Dich beim Onboarding.



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