Nachhaltiger Onlineshop: so gelingts!

Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde, schon längst handelt es sich nicht mehr bloss um einen Trend. In diesem Blog zeigen wir Dir, wie Du Deinen Onlineshop nachhaltiger machst. Und damit so ganz nebenbei die Kundenerwartungen um einiges übertriffst!
Christian Kautzsch  |  20.07.2024  |  Lesedauer 6 Min
Bildschirm auf welchem eine Weltkugel zu sehen ist, aus welcher ein Blatt wächst

Nachhaltigkeit ist ausschlaggebend fürs Konsumverhalten

Das Thema Umweltschutz und Klimawandel ist nach wie vor omnipräsent. Gemäss Sorgenbarometer der Credit Suisse steht es auf Platz zwei der Rangliste (Credit Suisse, 2023).

Credit-Suisse_Sorgenbarometer_2022_DE

Trotz der aktuellen Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft beschäftigt das Thema Nachhaltigkeit. Es beeinflusst im Wesentlichen auch die Kaufentscheidungen der heutigen Konsumentinnen und Konsumenten. Positionierst Du Deinen Onlineshop als nachhaltig und grün, kannst Du neue Kundschaft gewinnen. Gerade, wenn diese bei Deiner Konkurrenz in dieser Beziehung enttäuscht wurde.

Kundinnen und Kunden bevorzugen umweltfreundliche Onlineshops

Eines ist klar: Ein Onlineshop ist nicht automatisch ein Klimasünder. Im Gegenteil! Wenn Du die wichtigsten Faktoren berücksichtigst, kannst Du mit Deinem Onlineshop in Sachen Nachhaltigkeit punkten.

Selbstverständlich sind die Produktion und der Produktionsstandort wichtige Elemente, wenns um Umweltschutz geht. Wenn Du Deine Produkte umweltschädlich oder sogar ausbeuterisch in einem Entwicklungsland produzieren lässt, bleibt natürlich ein klimafreundlicher Versand reine Augenwischerei.

Nebst einer fairen, sozialverträglichen und ressourcenschonenden Produktion hast Du aber mehrere Möglichkeiten, um einen grossen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Wie? Wir zeigen es Dir.

Kommuniziere transparent – das wissen Deine Kundinnen und Kunden zu schätzen

Transparenz zahlt sich aus: Bist Du ehrlich zu Deinen Kundinnen und Kunden und legst offen, wie und wo Du produzierst, mit welchen Lieferanten und Produzenten Du zusammenarbeitest, verhältst Du Dich verantwortungsvoll. Das wird von Deiner Kundschaft geschätzt!

Heute gibt es viele Möglichkeiten, die Produktion von Artikeln mittels RFID und Blockchain-Technologie zurückzuverfolgen. Nutze dies! Zeige Deinen Kundinnen und Kunden ehrlich auf, woher Du die Komponenten beziehst. Das schafft Vertrauen in Deinen Shop. Angenehmer Nebeneffekt: Die Wiederkaufsraten erhöhen sich.

Keine Kompromisse eingehen solltest Du zudem beim Datenschutz und der Sicherheit. Informiere auch hier klar und deutlich im Check-out über die Datenschutzrichtlinien und darüber, über welche Verschlüsselungs- und Sicherheitsfunktionen Dein Onlineshop verfügt.


Nachhaltiges Design

Du entscheidest über das Design Deiner Produkte. Auch dieses hat einen wesentlichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit.

Überlege Dir am besten schon vor der Herstellung, welche Materialien Du für Deine Produkte verwenden möchtest.

Bei den Produkten geht es nicht darum, diese für die Ewigkeit zu produzieren. Sondern darum, eine gezielte Haltbarkeit zu erreichen.

Unsere Empfehlung: Verwende so genannte Low-Impact-Materialien. Damit gemeint sind Materialien, die nicht giftig sind und die nachhaltig sowie recycelbar sind (Circular Economy). Das können beispielsweise nachwachsende Rohstoffe sein, die im Idealfall lokal oder regional sind und kompostierbar.

Circular Economy: neue Lösungsansätze

Circular Economy bedeutet Kreislaufwirtschaft. Also kreative Lösungen und innovative Ideen zu finden, um unsere Wirtschaft zirkulär in Bewegung zu halten. Das heisst zum Beispiel, dass Materialien verwendet werden, die recycelt und wiederverwertet werden können. Das kann so weit gehen wie Biomimicry. Sie ermöglicht die ständige Wiederverwendung der Materialien in kontinuierlich geschlossenen Zyklen.


Der optimierte Versand: essenziell für Deinen Onlineshop

Aber nicht nur die Produktion ist ausschlaggebend für einen grünen Onlinehandel. Der Versand spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle. Natürlich kann es je nach Produkt Sinn machen, dieses mit einem schnellen – und teuren – Kurier zu verschicken. Erfahrungsgemäss wird aber gerade für grenzüberschreitende Sendungen keine Next Day Delivery erwartet.

Entdecke unser Whitepaper für praxisnahe Tipps und Tricks für einen umweltbewussten Versand. Wir zeigen Dir den Einfluss Deiner Verpackung auf die Nachhaltigkeit und wie Du mit unseren Massnahmen eine nachhaltige Logistik umsetzen kannst. Werde Teil der Nachhaltigkeitsbewegung und hol Dir jetzt unser Whitepaper für eine grünere Zukunft!


Sendungsmengen sammeln und konsolidieren schont die Umwelt

Noch ein paar Worte zum Versand: Ein postalischer Versand benötigt von der Schweiz in die EU durchschnittlich drei bis vier Arbeitstage. Möchtest Du in die Schweiz exportieren? Dann kannst Du ab dem Eintritt in die Schweiz mit einer Next Day Delivery rechnen. Alles zum Thema Versand ins Ausland findest Du auf unserem Blog.

Im postalischen Versand werden grosse Sendungsmengen gesammelt und konsolidiert verarbeitet. So werden unnötige Distanzen vermieden und die Umwelt wird geschont.

Sei auch bei der Versandvariante transparent: Sag Deinen Kundinnen und Kunden, warum Du welche Versandvariante anbietest. Das schafft Klarheit und Vertrauen.

Retouren minimieren schont die Umwelt – und den Geldbeutel

Heutige Kundinnen und Kunden erwarten eine Gratis-Retourenmöglichkeit – gerade im Fashionbereich. Zalando & Co. Bieten diese seit langer Zeit bereits an. Schweizerinnen und Schweizer sind sich gewohnt, eine Auswahl zu bestellen und den Rest kostenlos wieder retournieren zu können. Dies betrifft durchschnittlich 60% der bestellten Ware bei Fashion Produkten.

Leider sind unnötige Retourensendungen aber gerade im internationalen E-Commerce eine Umweltsünde.

Es gibt kleine Tipps und Tricks, um die Retourenquote zu senken. Zum Beispiel:

  • Mit einem Total-Landed-Cost-Kalkulator
  • Mit besseren Produktebeschreibungen
  • Mit dem richtigen Versandpartner
  • Mit den korrekten Lieferpräferenzen

Möchtest Du mehr dazu wissen? In unserem Blog «Retourenquote senken» findest Du noch weitere wichtige Inputs zum Thema Retourenquote und wie Du sie senken kannst.


Profi-Tipp

Manchmal macht auch ein ausgelagertes Warehousing & Fulfillment, das sich näher am Zielmarkt befindet, Sinn. Damit reduzierst Du die Versandkosten und kannst die Zustellzeiten optimieren.

Profi-Tipp

Manchmal macht auch ein ausgelagertes Warehousing & Fulfillment, das sich näher am Zielmarkt befindet, Sinn. Damit reduzierst Du die Versandkosten und kannst die Zustellzeiten optimieren.

Optimiere Deinen Onlineshop

Das Hosting: die grösste Emissionsquelle für Deinen Onlineshop

Gemäss Experten könnten in einigen Jahren unsere Informationstechnologien die Umwelt stärker belasten als der Flugverkehr. Hostingtipp.ch bezeichnet den Stromverbrauch für das Webhosting von Onlineshops als grösste Emissionsquelle. Wir wagen einen Blick hinter die Kulissen.

Wie viel CO2 wird durch Dein Hosting ausgestossen? Wird dafür vielleicht erneuerbare Energie verwendet? Wenn ja, welche? Einige Anbieter verwenden beispielsweise regionale Wasserkraft, andere Ökopower-Strom der Elektrizitätswerke, wieder andere beteiligen sich am Bau einer Fotovoltaikanlage.

Nimm Deinen potenziellen Webhoster etwas genauer unter die Lupe:

  • Nennt er den Stromanbieter konkret?
  • Nutzt er einen empfehlenswerten Ökostromanbieter?
  • Engagiert er sich auch darüber hinaus für Nachhaltigkeit?

Deine Kundinnen und Kunden wollen eine effiziente Zahlungsmöglichkeit

Wir haben nun die Produktion und den Versand in Bezug auf Nachhaltigkeit angeschaut. Du kannst für den Umweltschutz aber noch mehr rausholen.

Gerade wenn es ums Bezahlen geht, kannst Du nachhaltiger werden. Obwohl Schweizer Shopper:innen die bestellte Ware lieber per Rechnung bezahlen, kannst Du die Ausdrucke sparen, wenn Du sie digitalisierst.

Doch: Die Online-Zahlung ist wesentlich nachhaltiger als die Bezahlung per Rechnung. Warum ist das so? Hier die wichtigsten Punkte:

  • Die Abwicklung ist super schnell. Das gibt auf beiden Seiten – Kundschaft und Shop – viel weniger Bearbeitungszeit. Die Bezahlung wird gleich nach dem Check-out erledigt und fertig. Es braucht keine Überwachung des Rechnungseingangs, auch Mahnungen entfallen.
  • Online-Zahlungen sind ortsungebunden. Sie können von überall auf der Welt abgewickelt werden und gehören zum State of the Art.

Es geht also darum, in Deinem Shop die Zahlungsprozesse so einfach wie möglich zu gestalten. Denn nur wenn Deine Kundinnen und Kunden die technischen Möglichkeiten nutzen und online bezahlen, hat das Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit Deines Unternehmens.

In unserem Blog «Nachhaltigkeit im E-Commerce» zeigen wir Dir auf, weshalb Nachhaltigkeit für E-Commerce-Kundinnen und -Kunden immer wichtiger wird und wie Du Deine Logistik nachhaltiger machen kannst.

Mit einem nachhaltigen Onlineshop die Kundinnen und Kunden «nudgen»

Bitte was?!? Nudging bedeutet nichts anderes als «stupsen». Dieses Stupsen soll bewirken, Deine Kundinnen und Kunden mit etwas Psychologie zu einem ökologischeren Verhalten zu bewegen. Das ist keine Hexerei, sondern kann zum Beispiel mit einer Voreinstellung auf eine nachhaltige Versandoption erreicht werden.

Befasst man sich etwas genauer mit dem Thema Nudging, stösst man auch auf Kritik. Klar: Nudging kann wie alles in der Welt für Positives oder Negatives eingesetzt werden.

Eine Studie der Stiftung Risiko Dialog zeigt aber auf, dass Nudging in Bezug auf Nachhaltigkeit viele positive Aspekte hat. Natürlich auch, weil unsere Gesellschaft sehr sensibel auf Umweltthemen reagiert. In unserem Blog «Nachhaltiger E-Commerce» findest Du ein konkretes Beispiel, wie Du den Nudging-Effekt für Nachhaltigkeit nutzen kannst.


Profi-Tipp

Biete Deinen Kundinnen und Kunden ein grosses Spektrum an Zahlungsmöglichkeiten an: verschiedene Kreditkarten, Postcard, PayPal, Sofort.com, Twint … Letzteres ist übrigens gerade in der Schweiz sehr beliebt!

Profi-Tipp

Biete Deinen Kundinnen und Kunden ein grosses Spektrum an Zahlungsmöglichkeiten an: verschiedene Kreditkarten, Postcard, PayPal, Sofort.com, Twint … Letzteres ist übrigens gerade in der Schweiz sehr beliebt!

Mit einer nachhaltigen Verpackung zum grünen Onlineshop

Die Verpackung ist ein wesentlicher Bestandteil Deines Beitrags zum Umweltschutz. Gerade im grenzüberschreitenden E-Commerce wird aus Sicherheitsgründen generell zu viel Verpackungsmaterial verwendet.

Ausserdem sind Skalierungseffekte der Grund, dass mit nur wenig unterschiedlichen Paketformen gearbeitet wird und deshalb halbleere Pakete um die Welt fliegen. Hier liegt enormes Sparpotenzial!

Du kannst beispielsweise viel Füllmaterial sparen, wenn Du die ideale Verpackungsgrösse wählst oder eine robuste Aussenverpackung.

Übrigens: Heute gibts viel nachhaltigere Füllmaterialien als Plastik. Einige Beispiele: Holzwolle, Polystyrol-Chips, Rollwellpappe, Knüllpapier sind einfach zu nutzen.

Hier gehts zu unserem Blog «Nachhaltiger E-Commerce durch nachhaltige Verpackung». Da findest Du viele weitere hilfreiche Informationen, wie Du die Verpackung Deiner Ware auf eine einfache Art und Weise nachhaltiger machen kannst.

Kennst Du schon KickBag? Die Post Tochter bietet nachhaltige Mehrweg-Verpackungen aus rezykliertem Kunststoff. Unsere Expert:innen helfen Dir gerne mit weiteren Details für den grenzüberschreitenden Versand von Mehrweg-Verpackungen weiter.


Profi-Tipp

Nutze kleinere und angepasste Formate für den Versand. Dies hat zur Folge, dass Du wegen des leichteren Gewichts von tieferen Portokosten profitierst. Zudem ist es wesentlich nachhaltiger, nicht halbleere Pakete in die Welt zu verschicken.

Profi-Tipp

Nutze kleinere und angepasste Formate für den Versand. Dies hat zur Folge, dass Du wegen des leichteren Gewichts von tieferen Portokosten profitierst. Zudem ist es wesentlich nachhaltiger, nicht halbleere Pakete in die Welt zu verschicken.

Kurz und knapp: der schnellste Weg zu einem umweltfreundlichen Onlineshop

Hier nochmals das Wichtigste für Dich zusammengefasst:

  • Transparente Kommunikation: Sage Deinen Kundinnen und Kunden, was Du in Sachen Nachhaltigkeit unternimmst und kläre sie richtig über die Datenschutzrichtlinien auf.
  • Embrace new Technologies: mithilfe von neuen Technologien kannst Du Deine Wertschöpfungskette besser verfolgen.
  • Biete nachhaltige Versandmöglichkeiten an.
  • Wähle einen nachhaltigen Webshop-Partner für Dein Hosting.
  • Stelle nachhaltige Bezahlungsmöglichkeiten beim Check-out zur Verfügung.
  • Nutze nachhaltige Verpackungsmaterialien und -grössen.
  • Setze beim Design Deiner Produkte auf Low-Impact-Materialien.
  • Minimiere Deine Retourenquote mit einfachen Tricks.
  • Nutze den Nudging-Effekt zugunsten der Umwelt.

 

Quellen



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